Rausch

Santo Daime ist der Name einer synkretistischen Glaubensgemeinschaft, entstanden um 1930 in Brasilien. Das Sakrament dieser Kirche ist Ayahuasca, auch „Daime“ genannt, ein stark psychoaktiver Sud aus Pflanzen des amazonischen Regenwaldes. Innerhalb festgelegter Rituale, wie hier im Harz, werden mit diesem Trank Gotteserfahrungen gemacht und die Gemeinschaft gestärkt.
Goa-Festivals gleichen riesigen Trance-Ritualen. Musik sowie Dekoration versuchen die neurologischen Effekte von LSD nachzuahmen und das stundenlange Tanzen ermöglicht den bewusstseinsverändernden Übergang in einen tranceartigen Zustand.
Traditionell wird Ayahuasca von den Schamanen des Regenwaldes zur Heilung eingesetzt. Die Verwendung als spirituelles sowie therapeutisches Werkzeug im Westen ist jedoch eher neu. So genannte „Neo-Schamanen“ reisen durch europäische Großstädte und bieten mehrtägige Retreats zur Selbstheilung bzw. Bewusstseinserweiterung in Privatwohnungen oder Seminarräumen an.
Jedes Jahr demonstrieren Cannabisaktivisten, Hobbyraucher und medizinische Anwender in Berlin für die Legalisierung von Gras.
Auf der Hanfmesse werden vor allem Utensilien vorgestellt, die an sich zwar legal sind aber dazu dienen, etwas verbotenes zu tun. BesucherInnen nehmen an einem Joint-Dreh-Wettbewerb teil und dürfen sich über eine Bong als ersten Preis freuen.
Als Medikament inzwischen auch in Deutschland zugelassen, wird Cannabis z.B. bei chronischen Schmerzen, Multiple Sklerose oder ADHS verschrieben. Claudia hat Cannabis nach einer Chemotherapie für sich entdeckt, nachdem andere Schmerzmittel mehr schadeten als halfen. Seitdem setzt sie sich für die Legalisierung ein.
Das Imperial College in London zeichnete 2015 erstmalig Aufnahmen vom Gehirn unter LSD-Einfluss im Computertomographen auf und erforschte die Auswirkungen von Musik auf den Psychedelischen Trip. Für eine angenehmere Athmosphäre dekorierte man ein Patientenzimmer im Krankenhaus entsprechend um.
Der Wirkstoff Psilocybin, natürlicherweise in psychedelischen Pilzen vorkommend, wird an der Universität Maastricht erforscht. Mittels Gehirnscans und kognitiven Tests möchte man herausfinden, ob diese Substanz die Kreativität steigern kann und dabei hilft, erlernte Verhaltensmuster zu ändern.
In einer weiteren Studie soll herausgefunden werden, welchen Einfluss die Wirkung von Cannabis auf die Zuverlässigkeit von Zeugenaussagen nach Straftaten oder Unfällen hat. Teilnehmern wird mittels Virtual Reality ein Szenario vorgespielt, zudem sie anschließend befragt werden.
Während eines fünftägigen Workshops in Polen werden psychoaktive Substanzen therapeutisch eingesetzt. An zwei aufeinanderfolgenden Abenden nehmen die TeilnehmerInnen unter Aufsicht von ÄrztInnen, TherapeutInnen und erfahrenen BegleiterInnen Psychedelika wie Mescalin, 2-CB oder MDMA ein.
Das Münchner Oktoberfest ist ein Event der Superlative. Jedes Jahr strömen ungefähr sechs Millionen Menschen auf das größte Volksfest der Welt. Innerhalb drei Wochen gehen hier ca. 7,5 Millionen Liter Bier über die Theken der insgesamt 14 Festzelte.
Pepa aus Prag fährt im Sommer an die Stadtgrenze und kampiert für drei Wochen in einem kleinen Wald, unweit riesiger Mohnfelder. Jeden Tag sammelt er stundenlang den morphinhaltigen Milchsaft der Mohnkapseln. Dieser wird später aufgekocht und dient als Ersatzstoff seiner Heroinabhängigkeit.
2016 eröffnete in Kopenhagen der weltgrößte Drogenkonsumraum. Täglich werden hier ca. 400 Einheiten Kokain oder Heroin unter ärztlicher Aufsicht konsumiert. Außerdem haben die BesucherInnen die Möglichkeit, sich im warmen auszuruhen oder von SozialarbeiterInnen beraten zu lassen.
In einem Züricher Nachtclub können PartybesucherInnen ihre Substanzen auf Reinheit und Qualität testen lassen. Eine Initiative der Stadt baut dieses mobile Labor bei ausgewählten Veranstaltungen auf. Außerdem werden die BesucherInnen zu ihren Konsumgewohnheiten befragt und auf Risiken und Gefahren hingewiesen.